Donnerstag, 24. August 2017
ÖA - WirvonHier vom 04.08.2017 "Neue Bausteine der Energiewende"

Energetische Sanierung - Der FDP-Stadtverband in Bad kreuznach diskutierte das komplexe Thema im Hotel Fürstenhof

In der Diskussionsveranstaltung im Hotel Fürstenhof in Bad Kreuznach stellt der Moderator Prof. Dr. Hans-Georg Kämpf mit seiner fachlichen Kompetenz sieben knifflige Fragen aus diesem komplexen Themenbereich energetische Sanierung.

Bei der Veranstaltung in Bad Kreuznach saßen auf dem Podium (von links) Karl-Heinz Seeger, Prof. Dr. Hans-Georg Kämpf, Christoph Zeis und Simon Henkel. Sie stellten sich auch den Fragen der Besucher. 

Um Antworten sind Karl-Heinz Seeger (Geschäftsführer der Gewobau Bad Kreuznach), Christoph Zeis (Geschäftsführer der EDG GmbH, Nieder-Olm) und Simon Henkel (Obermeister der Innung Sanitär -, Heizungs – u. Klimatechnik im Kreis Bad Kreuznach) nicht verlegen.

In seiner Einführung wies Hans-Georg Kämpf ausdrücklich auf die Bedeutung des Gebäudebereichs für die Energiewende hin. „Das Potenzial für das derzeit sichtbare Stromspeicherproblem ist enorm!“ so seine These. Diese Chance sollte durchaus stärker genutzt werden.

Über die Markttransparenz und Fördermöglichkeiten, technische Hintergründe und Lösungen sowie der Frage nach der Umsetzung von sinnvollen Maßnahmen und Hilfestellungen der Akteure am Markt – die Männer auf dem Podium bleiben keine Antwort schuldig. Selbst in der anschließenden Fragerunde der Besucher waren die Antworten der Fachleute kompetent und nachvollziehbar.   

Christoph Zeis hebt die unabhängige, qualifizierte Beratung hervor damit die verfügbaren Fördermöglichkeiten auch zielorientiert genutzt werden. Mittel stehen genug zur Verfügung, diese müssen nur abgerufen werden! Auch das neue Mieterstromgesetz muss mehr in den Vordergrund gerückt werden. Da gibt es viel zu tun.

Simon Henkel fordert den unabhängigen Energieberater, der das gesamte Objekt im Blick habt und weist darauf hin, dass nicht die billigste Lösung die Beste für das jeweilige Objekt ist! Die Investitionen im Gebäudebereich sind eine langfristige Geldanlage! 

Karl-Heinz Seeger moniert, dass qualifizierte Handwerker für die Ausführung der teilweise komplexen Maßnahmen fehlen. Größere Projekte sollten nur mit einem unabhängigen Energieberater in Angriff genommen werden – auch um die Fördergelder zielgerichtet zu nutzen. Die Kosten für einen versierten Energieberater sind gut angelegtes Geld.

Beim Technikblock ist man sich insoweit einig - da hilft nur eine ganzheitliche Betrachtung des Objektes und ein gezielter Sanierungsplan weiter. Da sind innovative Lösungen gefragt – auch um die fluktuierenden erneuerbaren Energien auszugleichen.

Karl-Heinz Seeger fordert die Optimierung der Wärmeerzeugung und Verteilung. Mit der wachsenden Digitalisierung werden die Assistenzsysteme immer anwendungsfreundlicher und können in der Zukunft einen großen Beitrag zum effizienten Energieeinsatz leisten.

Die Meinung geht auseinander, wenn es um konkrete Lösungen geht. Ein Blockheizkraftwerk geht nicht im Neubau mit guter Dämmung oder bei dezentralen Systemen in Mietobjekten, da ist sich Karl-Heiz Seeger sicher.

Simon Henkel setzt auf neue Technologien wie der Kraftwärmekopplung mit Brennstoffzelle. Der Weg geht aus seiner Sicht mittelfristig weg von fossilen Brennstoffen. Um neue Techniken beim Kunden zum Einsatz zu bringen ist kontinuierliche Aus – u. Fortbildung für alle Akteure in diesem Metier unerlässlich.

Beim Thema „Contracting“ ist Christoph Zeis in seinem Element. Die EDG betreibt über 100 BHKWs in der Region. Beim Contracting beauftragt der Kunde nur die geforderte Heizleistung, mit der Anlage an sich hat er nichts zu tun. Die Steuerung, den Service und die Finanzierung übernimmt der Vertragspartner – fast ein rundum sorglos Paket. Aufgrund der Dimension ist Contracting eher im kommunalen Umfeld und im Mietwohnungsbau ein Thema und überfordert in der Regel den Handwerksbetrieb.

Insgesamt herrscht Einigkeit darüber, dass das komplexe Gebilde der Gebäudesanierung hohe Anforderungen an die handelnden Akteure stellt. Umso mehr muss die Zusammenarbeit vom Planer über Energieberater bis zum Handwerker und dem Konsumenten gut funktionieren. Nur wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, können die Herausforderungen der Zukunft bewältigt werden.

 

 

AZ vom 27.07.2017 "Expertenrunde in Bad Kreuznach: So kann energetische Sanierung gelingen"
Von Sonja Flick

 

 

BAD KREUZNACH - Die Kälte drückt sich durch die Wände und die wohlige Wärme der in die Jahre gekommenen Heizung heizt viel mehr Nachbars Garten als das eigene Wohnzimmer. Viele Menschen arrangieren sich mit diesen Tatsachen, zumindest bis irgendwann die Quittung der unnötig verschenkten Energien zu Buche schlägt. Doch was dann? Wie geht sie, die sinnvolle Sanierung von Quartieren und sonstigen Altbauten, die Energieeinsparung und deren Finanzierung in Abstimmung mit dem Fachhandwerk? In Bad Kreuznach gibt es nicht nur in der historischen Neustadt, sondern in allen Stadtteilen Gebäude, die zur energetischen Sanierung anstehen.

 

 

 

In Bad Kreuznach gibt es reichlich alte Bausubstanz, die schön anzuschauen ist – wie hier in Klein-Venedig in der historischen Neustadt. Oft gibt es aber auch einen energetischen Sanierungsbedarf. 	Foto: Rüdiger Lutterbach

 
 

Unabhängige Beratung ist wichtig

 

Ein Schwung interessierter Teilnehmer hatte sich im Hotel Fürstenhof eingefunden und den Meinungen der Fachleute Prof. Dr. Hans-Georg Kämpf, Karl-Heinz Seeger (Geschäftsführer der Gewobau), Simon Henkel (Obermeister der Innung Heizung Sanitär) und Christoph Zeis (Geschäftsführer der edg in Nieder-Olm) bei der öffentlichen Diskussionsrunde des Stadtverbands der FDP Bad Kreuznach gelauscht.

Stichpunkte wie Markttransparenz, Fördermöglichkeiten oder auch das Contracting-„Sorglos“-Angebot wurden akribisch von Kämpf, Seeger, Henkel und Zeis unter die Lupe genommen. Allem voran stellte sich natürlich die Frage, wie der interessierte Hausbesitzer hinsichtlich der großen Vielfalt und der daraus resultierenden Unübersichtlichkeit überhaupt das optimale Angebot findet. Simon Henkel sah das Problem bei der Beratung an sich. So gibt ein Maler berufsbedingt natürlich ganz andere Ratschläge als ein Heizungsbauer. Hier riet Christoph Zeis klar zu einer unabhängigen Beratung und der Klärung, was genau überhaupt saniert werden muss. „Wenn das nicht passiert, passiert auch nichts“, betonte der Geschäftsführer der edg/Nieder-Olm.

Karl-Heinz Seeger tendierte zur Energieagentur und qualifizierten Firmen, die das Thema professionell umsetzen. Einfach und unverbindlich sei auch die Möglichkeit, in der Umgebung zu schauen, wo ein Gebäude saniert wurde und ob sich vielleicht bei einem Gespräch mit den Bauherren bereits Antworten herauskristallisieren, nannte Henkel als sachten Einstieg in die Thematik.

Um Angebote unter Einbeziehung der Fördermöglichkeiten zu optimieren, könnte das Zusammenwirken von Handwerksbetrieben, Ingenieurbüros und Banken zielführend sein. Hier stellt sich natürlich die Frage, wie dies zu organisieren und zu realisieren ist. Es müsse noch einiges passieren, sonst würden die Eigentümer das nicht machen, erörterte Zeis und stellte die Frage in den Raum, warum beim Autokauf keiner nach der Wirtschaftlichkeit frage, aber bei der Heizung schon.

Sollte die Dämmung oder die Heiztechnik zuerst in Angriff genommen werden? „Diese Frage gibt es eigentlich nicht“, befand Simon Henkel. Fakt sei, dass die Heiztechnik ganz klar vorne läge. Auch Christoph Zeis sah hier kein „Entweder-oder“, sondern ein deutliches „Sowohl-als-auch“: „Man muss sich die Häuser genau ansehen und optimieren – jetzt ist der beste Zeitpunkt!“, betonte der edg-Geschäftsführer. „Mit der Dämmung produzieren wir auf die nächsten 30 Jahre Sondermüll, außerdem rechnet sich Dämmung erst nach 25 Jahren“, warf Karl-Heinz Seeger ein. „Wir machen zum Beispiel intelligente Thermostate, damit die Mieter sehen, was sie verbraten“, fügte der Gewobau-Geschäftsführer hinzu. Zur Optimierung der Wärmeerzeugung gehöre eine gute Brennwertanlage, Dach- und Wärmedämmung, Nutzungsassistenzsysteme, die gerade bei Mietern sehr wichtig seien, damit man die Kosten im Auge behielte, erklärte Seeger.

Fazit der Runde: Es gibt nicht immer nur eine Lösung. Man muss das betreffende Gebäude genau unter die Lupe nehmen, um dann individuell agieren zu können.

 

CONTRACTING

Mit Contracting-Angeboten lassen sich Energiesparpotenziale im Bestand von Gebäuden erschließen, ohne dass der Eigentümer die hierfür notwendigen Ausgaben übernehmen muss. Die Bereitstellung moderner und damit energieeffizienter Heiztechnik nach vorheriger Fachberatung und Planung, stabile Energiekosten sowie ein ausgelagertes Betriebsrisiko sprechen beim Contracting für sich.

„Was unterm Strich rauskommt, ist die Bequemlichkeit, sich nicht mehr kümmern zu müssen“, äußerte sich Prof. Dr. Hans-Georg Kämpf zu den Contracting-Sorglos-Angeboten. Christopher Zeis hielt das – zumindest bei einem Sechs-Familien-Altbauhaus – für den Königsweg.

 

 

 

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